Kennst du das? Die Stellenanzeige ist online, das Jobportal kostet jeden Monat Geld, und im Postfach passiert nichts. Genau an diesem Punkt stand die Kanzlei Hellmann Rechtsanwälte & Notar in Bielefeld, als wir uns kennengelernt haben. Gesucht wurden zwei Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, kurz ReNos. Ein Beruf, für den viele Kanzleien monatelang suchen.
Vierzehn Tage nach dem Start der Kampagne lagen 15 Bewerbungen vor. Beide Stellen sind heute besetzt. Hier erzähle ich, wie wir vorgegangen sind, was funktioniert hat und was du für dein eigenes Unternehmen übernehmen kannst.
Das eigentliche Problem: Die Richtigen suchen gar nicht
Jobportale funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Wer sucht, findet die Anzeige. Das Problem ist, dass die besten Leute meist gar nicht suchen. Sie haben einen Job, sind halbwegs zufrieden und öffnen nie ein Jobportal. Trotzdem wären viele von ihnen offen für etwas Besseres, wenn es ihnen über den Weg läuft.
Und wo laufen sie jeden Tag entlang? Durch ihren Instagram- und Facebook-Feed. Genau dort setzen wir an.
Schritt 1: Der Chef selbst vor der Kamera
Statt Stockfotos haben wir sieben kurze Videos im Hochformat gedreht, also im Format, das man auf dem Handy ohne Drehen ansieht. Darin erzählt der Inhaber selbst, wen er sucht, wie es in der Kanzlei zugeht und warum man bei ihm arbeiten sollte. Dazu kommen Bilder aus den echten Räumen und Stimmen aus dem Team.
Das ist kein Zufall. Wer sich bewirbt, will wissen, mit wem er künftig jeden Tag arbeitet. Ein Gesicht und eine echte Stimme schaffen in 30 Sekunden mehr Vertrauen als jede noch so gute Stellenbeschreibung.
Tipp: Niemand muss vor der Kamera perfekt sein. Lieber ein ehrlicher Satz mit kleinem Versprecher als ein abgelesener Text. Genau das macht es glaubwürdig.
Schritt 2: Bewerben in unter zwei Minuten
Die meisten Bewerbungen gehen nicht an der Anzeige verloren, sondern am Formular. Anschreiben, Lebenslauf hochladen, Zeugnisse anhängen: Wer gerade in der Bahn durch Instagram scrollt, macht das nicht.
Deshalb landet man nach dem Tippen auf die Anzeige auf einer kurzen Seite mit ein paar Fragen. Wie viel Erfahrung hast du? Ab wann könntest du starten? Wie erreichen wir dich? Fertig. Den Lebenslauf kann man später nachreichen, wenn beide Seiten Interesse haben.
Schritt 3: Die Regeln für Stellenanzeigen beachten
Für Stellenanzeigen gelten bei Facebook und Instagram strengere Regeln als für normale Werbung. Man darf nicht nach Alter oder Geschlecht filtern und das Gebiet nicht beliebig klein machen. Das soll verhindern, dass jemand von vornherein ausgeschlossen wird.
Für die Kampagne heißt das: Die passenden Leute findet man nicht über Filter, sondern über den Inhalt. Wer sich im Video angesprochen fühlt, tippt drauf. Wer nicht, scrollt weiter. Deshalb ist das Video so wichtig.
Schritt 4: Testen, beobachten, nachschärfen
Wir sind mit drei Varianten gestartet und haben in den ersten Tagen genau beobachtet, welche gut ankommt. Was schwächer lief, haben wir abgeschaltet. Was gut lief, bekam mehr Budget. So lernt die Kampagne mit jedem Tag dazu.
Das Ergebnis
- 15 Bewerbungen in den ersten 14 Tagen
- 2 von 2 Stellen besetzt
- Bewerbungen aus Menschen, die vorher nicht aktiv gesucht haben
„Beide ReNos haben zur Probe gearbeitet, beide sind top. Ich stelle beide ein und bin unglaublich erleichtert.“
Hellmann Rechtsanwälte & Notar
Was ich daraus gelernt habe
- Gesichter schlagen Stockfotos. Menschen bewerben sich bei Menschen, nicht bei Logos.
- Jedes Formularfeld kostet Bewerbungen. Frag am Anfang nur, was du wirklich brauchst.
- Schnell zurückmelden. Wer sich am Montag bewirbt und erst nach zwei Wochen etwas hört, ist oft schon weg.
- In Tagen denken, nicht in Monaten. Ob eine Kampagne trägt, sieht man nach wenigen Tagen. Dann kann man gegensteuern.
Passt das zu deinem Unternehmen?
Eine Kampagne über Instagram und Facebook lohnt sich vor allem, wenn ein paar Dinge zusammenkommen:
- Du suchst Leute, die auf Jobportalen kaum zu finden sind, zum Beispiel Fachkräfte, Azubis oder Pflegekräfte.
- Du suchst in einer bestimmten Region.
- Jemand aus deinem Unternehmen ist bereit, vor die Kamera zu gehen.
- Ihr könnt euch innerhalb von ein, zwei Tagen bei Bewerbern melden.
Wenn du bei drei von vier Punkten nickst, lohnt sich ein Gespräch. Mehr zu unserem Vorgehen und den Preisen findest du auf der Seite Recruiting & Anzeigen.
Und bei dir?
Du suchst gerade Leute?
Erzähl mir in zwei Minuten, welche Stelle offen ist. Ich sage dir ehrlich, ob eine Kampagne dafür Sinn ergibt.